Iranische WM-Spieler erhalten Visa für USA – Einreise 10 Tage vor erstem Spiel

Quelle: static.independent.co.uk
Nach monatelanger Unsicherheit haben iranische Fußballspieler Visa für die USA erhalten. Das teilte ein Regierungsbeamter mit. Die Mannschaft kann nun am 16. Juni gegen Neuseeland antreten, nachdem sie ihr Trainingslager wegen Verzögerungen nach Mexiko verlegen musste.
Eine langwierige Visa-Saga nähert sich der Lösung
Die 2026 FIFA Weltmeisterschaft, die gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet wird, ist zu einer unerwarteten Bühne für geopolitische Dramen geworden, wobei die iranische Nationalmannschaft zwischen die Fronten der internationalen Diplomatie geraten ist. Nach Monaten der Unsicherheit und verlegter Trainingslager bestätigte ein Regierungsbeamter des Weißen Hauses am Freitag, dass den iranischen Spielern Visa für die Einreise in die USA erteilt wurden, nur zehn Tage vor ihrem Eröffnungsspiel gegen Neuseeland in Los Angeles. Die von The Independent erstmals gemeldete Ankündigung erleichtert ein Team, dessen Vorbereitung von politischen Spannungen zwischen Teheran und Washington überschattet wurde.
Laut Iran International war das Visum-Dilemma seit Monaten ein "Hauptanliegen" des iranischen Fußballverbands. Das Team war ursprünglich für ein Vorbereitungscamp in Tucson, Arizona, vorgesehen, musste aber aufgrund von Verzögerungen bei der US-Visabearbeitung nach Tijuana, Mexiko, ausweichen. Mexikanische Visa wurden früher beschafft, sodass die Delegation in dieses Land einreisen konnte, aber die entscheidenden US-Dokumente blieben in der Schwebe. Spieler wie Seyed Hossein Hosseini und Ehsan Hajsafi wurden am 21. Mai vor der US-Botschaft in Ankara, Türkei, bei Visumverfahren fotografiert. Der Bericht von The Independent stellt fest, dass die Visa schließlich am Freitag genehmigt wurden, was die Befürchtungen zerstreute, dass Iran seine Spiele verlieren oder ohne Schlüsselpersonal antreten müsste.
US-Beamte führen Sicherheitsbedenken an
Die Visumverzögerungen waren nicht nur bürokratischer Natur. US-Außenminister Marco Rubio hatte öffentlich erklärt, das Land sei entschlossen, Personen mit Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Irans die Einreise in die USA als Teil der WM-Delegation zu verwehren. Diese von Iran International berichtete Haltung spiegelt den weiteren Kontext der US-iranischen Feindseligkeiten wider, einschließlich anhaltender Konflikte, die von The Independent als "der Iran-Krieg" beschrieben werden. Die endgültige Genehmigung durch das Weiße Haus deutet auf einen heiklen Balanceakt hin: die Wahrung der Sicherheitsüberprüfungen bei gleichzeitiger Wahrung der Integrität des meistbeachteten Sportereignisses der Welt.
Auswirkungen auf die Gruppenphase und angepasste Vorbereitungen
Iran ist in Gruppe E neben Neuseeland, Belgien und Ägypten gelost. Ihr erstes Spiel ist für den 16. Juni (laut Iran International) oder den 15. Juni (laut The Independent) angesetzt – die leichte Abweichung ist möglicherweise auf Zeitzonen zurückzuführen. Ungeachtet dessen hat die späte Visumslösung ihre Akklimatisierungszeit auf US-Boden verkürzt. Das Team trainiert seit dem 18. Mai in Antalya, Türkei, wo es Gambia 3-1 in einem Freundschaftsspiel besiegte und vor der Reise nach Mexiko gegen Mali spielen sollte. Das Fehlen des geplanten Camps in Tucson beraubte sie wertvoller Anpassungszeit an das nordamerikanische Klima und die Einrichtungen, was sie möglicherweise im Vergleich zu Rivalen wie Belgien, die eine ununterbrochene Vorbereitung hatten, in einen Wettbewerbsnachteil bringt.
Ein Kontrast zu anderen teilnehmenden Nationen
Während Irans Visum-Saga die Schlagzeilen beherrschte, hatten andere Teams reibungslosere Wege. Telecomasia.net berichtete am 25. Mai, dass die Trainer und Spieler der DR Kongo ohne ähnliches Drama für die Einreise in die USA zugelassen wurden. Dieser Kontrast verdeutlicht, wie politische Beziehungen ein Turnier beeinflussen können, das idealerweise unpolitisch bleibt. Der Fall der DR Kongo unterstreicht, dass für die meisten Teilnehmer der Visumprozess Routine ist, was Irans Dilemma zu einem Ausreißer macht, der direkt mit den bilateralen Spannungen zusammenhängt. Da die Weltmeisterschaft auf 48 Teams erweitert wird, könnten solche geopolitischen Konfliktherde häufiger auftreten und die Fähigkeit der FIFA herausfordern, ein neutrales Spielfeld aufrechtzuerhalten.
Ausblick: Fußball inmitten der Diplomatie
Die Lösung des Visumproblems stellt sicher, dass Irans talentierter Kader mit Spielern wie Hajsafi und Hosseini auf der großen Bühne antreten wird. Der Schatten der Politik wird jedoch bleiben. Die Zustimmung des Weißen Hauses löscht nicht die anfängliche Zurückhaltung, und Vorfälle während des Turniers – wie Fanproteste oder diplomatische Affronts – könnten die Debatte neu entfachen. Vorerst verlagert sich der Fokus zurück auf den Platz, wo sich Iran schnell anpassen muss, um in einer schwierigen Gruppe eine Herausforderung darzustellen. Ihre Reise von Ankara über Tijuana nach Los Angeles verkörpert die moderne Überschneidung von Sport und globalen Angelegenheiten, eine Realität, die die WM 2026 wahrscheinlich verstärken wird.
Quellen & weiterführende Lektüre
- https://www.iranintl.com/en/202606026645
- https://www.telecomasia.net/news/football/dr-congo-coaches-and-players-approved-for-u-s-entry-ahead-of-2026-world-cup/
- https://www.nytimes.com/2026/05/23/world/africa/congo-soccer-ebola-world-cup.html
- https://www.independent.co.uk/sport/football/world-cup/iran-world-cup-visas-usa-b2990760.html