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Chef des palästinensischen Fußballs: US-Visum für WM nicht erhalten

Jibril Rajoub, head of the Palestinian Football Association, seen at a past football event, as he awaits a US visa in Mexico for the 2026 World Cup.

Quelle: ichef.bbci.co.uk

Jibril Rajoub, Chef des palästinensischen Fußballverbands, wartet in Mexiko-Stadt auf ein US-Visum für die WM 2026. Dies ist Teil einer größeren Visa-Krise, die auch den Iran betrifft und die Spannungen zwischen den Gastgebern und Teilnehmern offenlegt.

🇺🇸 United States🇨🇦 Canada🇲🇽 Mexico🇮🇷 Iran

Die sich zuspitzende Visa-Krise

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet wird, steht vor einer sich verschärfenden administrativen und politischen Krise, bevor überhaupt ein Ball getreten wurde. Das Turnier, das als Feier der globalen Einheit konzipiert wurde, entwickelt sich stattdessen zu einem Brennpunkt geopolitischer Spannungen, da wichtige Fußballfunktionäre und -verbände über erhebliche Hürden bei der Beantragung von US-Einreisevisa berichten. Laut The Independent sitzt Jibril Rajoub, der Chef des Palästinensischen Fußballverbands (PFA), derzeit in Mexiko-Stadt fest und wartet auf ein Visum. Diese Enthüllung fällt mit einem sich verschärfenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran zusammen, bei dem, wie von CNN und BBC Sport berichtet, die Nationalmannschaft selbst mit einer von Teheran als vorsätzlicher "Behinderung" durch Washington bezeichneten Situation konfrontiert war.

Die Situation verdeutlicht eine eklatante Diskrepanz zwischen den Zusicherungen der FIFA für akkreditierte Personen und den Realitäten der US-Einwanderungspolitik im Schatten eines aktiven Konflikts. Während die iranischen Spieler offenbar in letzter Minute doch noch eine Zulassung erhalten haben, werfen die Vorwürfe der Annullierung von Fan-Ticketkontingenten und die prominente Verzögerung für einen Fußballverbandspräsidenten grundlegende Fragen über das Bekenntnis des Gastgeberlandes auf, das gesamte Spektrum qualifizierter Teilnehmer zu berücksichtigen.

Politische Hürden für Funktionäre

Jibril Rajoubs Fall ist besonders heikel aufgrund seines diplomatischen Gewichts. The Independent berichtet, dass der PFA-Chef zwar am Eröffnungsspiel des Turniers in Mexiko teilnahm, ihm jedoch trotz offizieller Akkreditierung die Einreise in die USA für damit verbundene Veranstaltungen verweigert wurde. Der Bericht stellt fest, dass Herr Rajoub kein Einzelfall ist; er ist einer von mehreren internationalen Fußballfunktionären, denen US-Visa verweigert wurden oder die noch auf eine Genehmigung warten. Dieser Engpass für Funktionäre untergräbt das logistische und zeremonielle Gefüge des Turniers und deutet darauf hin, dass selbst nicht spielende Mitglieder von Delegationen einer strengen politischen Überprüfung unterliegen, die ihre FIFA-Zertifikate außer Kraft setzen kann.

Der Iranische Kampf an der Grenze: Der akuteste Stillstand betrifft den Iran. CNN berichtet über die Ankunft des iranischen Teams in Tijuana, Mexiko, und hebt die geografische Nähe zur US-Grenze hervor, während gleichzeitig die politische Distanz zwischen den beiden Nationen, die sich offiziell im Kriegszustand befinden, betont wird. Mehdi Taj, Präsident des iranischen Fußballverbands, äußerte scharfe Kritik und erklärte: "Was die Vereinigten Staaten tun, spiegelt Bosheit und einen Mangel an Gleichheit zwischen den Teams wider." BBC Sport bestätigte, dass US-Beamte die Visa schließlich gewährten, aber der Iran gab an, dass diese Genehmigung gefährlich nah am Spieltag kam – "nur einen Tag vor dem Spiel", so Taj. Diese späte Zulassung zwang den Iran, sein Trainingslager von Tucson, Arizona, bereits Ende Mai nach Mexiko zu verlegen, was ihre Vorbereitung auf das Eröffnungsspiel gegen Neuseeland in Los Angeles beeinträchtigte.

Öffentlicher Zugang und Überprüfung der Revolutionsgarde

Die bürokratischen Reibungen erstrecken sich über den Mannschaftsbus hinaus auf die Tribünen. Ein von Al Jazeera über Yahoo Sports verbreiteter Bericht behauptet, der iranische Fußballverband habe die Vereinigten Staaten öffentlich beschuldigt, das speziell für iranische Fans reservierte Ticketkontingent annulliert zu haben. Der Verband beschuldigte den Co-Gastgeber, "die Anwesenheit iranischer Fans in den Stadien zu behindern". Sollte sich dieser Vorwurf bewahrheiten, würde dies eine erhebliche Eskalation der Politisierung des Zuschauerzugangs darstellen und eine Fangruppe effektiv für die Handlungen ihrer Regierung bestrafen.

Auf der Sicherheitsebene hat die US-Regierung ihre strengen Überprüfungskriterien nicht verheimlicht. Ein US-Beamter teilte CNN und BBC Sport mit, Washington werde "dem iranischen Team nicht erlauben, dieses System zu missbrauchen, um unter falschen Vorwänden Terroristen in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln." US-Außenminister Marco Rubio stellte eine explizite Verbindung zwischen der Erteilung der Visa und der Überprüfung von Personen her, die mit den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), einem mächtigen Militärzweig, in Verbindung stehen. Obwohl Einzelheiten zu Spielerzugehörigkeiten nicht genannt wurden, ist die Botschaft klar: Visa werden auf bedingter, streng geprüfter Basis ausgestellt, wobei Fußballdelegationen eher als potenzielle Sicherheitsbedrohungen denn als sportliche Botschafter behandelt werden.

Das große Ganze

Die kumulative Wirkung dieser Visastreitigkeiten untergräbt die fundamentale Prämisse einer gemeinsam ausgerichteten Weltmeisterschaft und schädigt die Glaubwürdigkeit der USA als Gastgeberland. Mit dem palästinensischen Fußballchef, der in Mexiko festsitzt, dem iranischen Team, das gerade noch durch den Zoll kommt, und bürokratischen Problemen in mehreren Verbänden, findet das Turnier vor dem Hintergrund eines diplomatischen Krieges statt. Für das iranische Team, das in einer Nation antritt, mit der es sich im Kriegszustand befindet, kann die psychologische Belastung durch das erzwungene Campieren in Mexiko bis zur letzten Minute – und die mögliche Abwesenheit ihrer Fans – nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dies beeinträchtigt direkt ihre sportliche Integrität vor dem Turnierauftakt gegen Neuseeland am 11. Juni.

Obwohl die iranischen Spieler, darunter Stars wie Ehsan Hajsafi, schließlich ihre Visa erhielten, dient die öffentliche Erzählung des US-amerikanischen "Obstruktionismus" Teheran als Propagandawerkzeug und schädigt die Soft-Power-Projektion, die die USA typischerweise durch die Ausrichtung globaler Veranstaltungen anstreben. Die Tatsache, dass Funktionäre wie Rajoub in der Schwebe bleiben, deutet darauf hin, dass es nicht nur um Spielersicherheit geht, sondern um breitere politische Signale. Wenn diese administrativen Hürden nicht sofort beseitigt werden, droht die WM 2026 nicht für Last-Minute-Siege in Erinnerung zu bleiben, sondern für eine Last-Minute-Katastrophe aus Bürokratie, die wichtige Akteure ausschloss und Fangruppen zum Schweigen brachte – ein gefährlicher Präzedenzfall für zukünftige Turniere in politisch angespannten Umgebungen.

Quellen & weiterführende Lektüre