Thomas Partey wegen Vergewaltigungsvorwürfen Einreise nach Kanada für WM-Spiel verweigert

Quelle: static.independent.co.uk
Ghana muss im WM-Auftakt gegen Panama auf Thomas Partey verzichten. Kanada verweigerte dem 32-Jährigen wegen schwerer Sexualstraftaten die Einreise. FIFA bestätigte den Vorgang.
Ghanas WM-Kampagne hat vor dem ersten Ballkontakt in Toronto einen frühen und dramatischen Rückschlag erlitten: Mittelfeldspieler Thomas Partey wurde die Einreise nach Kanada verweigert und wird das Auftaktspiel seiner Mannschaft gegen Panama verpassen. Die Nachricht, die am Freitag von der FIFA bestätigt wurde, geht auf schwere Vergewaltigungs- und Sexualdeliktsvorwürfe zurück, denen sich der 32-Jährige in London gegenübersieht. Dies wirft einen Schatten auf die Vorbereitung der Black Stars und wirft Fragen zum Zusammenspiel von strafrechtlichen Anschuldigungen, internationalem Reiseverkehr und Turnierlogistik auf.
Der juristische Sturm
Partey, ehemals bei Arsenal und nun bei Villarreal, wurde von der Londoner Metropolitan Police wegen insgesamt siebenfacher Vergewaltigung und einmaliger sexueller Nötigung angeklagt. Die Vorwürfe stammen von vier verschiedenen Frauen. Laut exklusiver Berichterstattung von The Athletic wurden die ersten Anklagen – fünf Fälle von Vergewaltigung und einer von sexueller Nötigung – im Juli 2025 erhoben, zwei weitere Vergewaltigungsanklagen kamen im Februar dieses Jahres hinzu. Der Independent bestätigt dieselbe Anzahl von sieben Vergewaltigungs- und einer Sexualstraftat-Anklage. Partey hat auf nicht schuldig plädiert und wartet derzeit auf seinen Prozess, der laut The Athletic für November angesetzt ist, aber möglicherweise auf nächstes Jahr verschoben wird. Er wurde beim Verlassen des Westminster Magistrates‘ Court fotografiert – ein eindringliches Bild eines Spielers, dessen außersportliche Umstände nun direkt mit seiner Profikarriere auf der größten Bühne des Sports kollidieren.
Kanadische Einwanderungsbehörde bleibt hart
Die kanadischen Einwanderungsbehörden machten von ihrem gesetzlichen Recht Gebrauch, jedem die Einreise zu verweigern, der „eine Straftat begangen hat oder einer solchen überführt wurde“, wie Forbes berichtet. Die kanadische Regierung lehnte Parteys Visumsantrag ab, was es ihm unmöglich macht, vom ghanaischen Basislager in Smithfield, Rhode Island, zum Auftaktspiel am 17. Juni gegen Panama nach Toronto zu reisen. Die FIFA bestätigte die Situation in einer Stellungnahme, die von der Associated Press (via Bleacher Report) zitiert wird: „Sein Visumsantrag wurde von der kanadischen Regierung abgelehnt. Die FIFA ist nicht in die Einwanderungsprozesse der Gastgeberländer eingebunden, einschließlich der Bearbeitung von Visa. Wie bei früheren FIFA-Veranstaltungen entscheidet letztlich die Gastgeberregierung, wer ein Visum erhält und ins Land eingelassen wird.“
Forbes zieht auch einen Vergleich zu einem anderen Turnieroffiziellen, Schiedsrichter Omar Artan, dem diese Woche aufgrund seines eigenen Hintergrunds die Einreise in die USA verweigert wurde. Dies unterstreicht, dass Gastgeberländer selbst während eines globalen Ereignisses wie der Weltmeisterschaft rigoros Einwanderungskontrollen durchsetzen. Diese harte Haltung macht Mannschaften angreifbar, die aufgrund rechtlicher Probleme, die völlig unabhängig vom Fußball sind, Schlüsselpersonal verlieren können.
Ghanas WM-Hoffnungen früh getroffen
Die unmittelbare Konsequenz ist, dass Ghana gegen Panama ohne einen seiner erfahrensten Mittelfeldspieler antreten muss. Partey, der Anfang des Monats in den ghanaischen Kader berufen wurde und mit der Mannschaft in den USA ankam, wird voraussichtlich für die folgenden Gruppenspiele zur Verfügung stehen: gegen einen noch nicht genannten Gegner am 23. Juni in Boston und am 27. Juni in Philadelphia, wie The Independent und Forbes bestätigen. Das bedeutet, dass seine Abwesenheit auf das Auftaktspiel beschränkt ist – ein entscheidendes Match in der Gruppe H, das Ghanas Weg in die K.o.-Runde definieren könnte. Der ghanaische Fußballverband hat sich nicht öffentlich geäußert, aber der Verlust von Parteys defensiver Präsenz, Passspiel und Physis gegen eine panamaische Mannschaft, die ein Zeichen setzen will, setzt Otto Addos Team enorm unter Druck, ohne ihren Mittelfeldanker ein Ergebnis zu erzielen.
Das große Ganze
Der Fall wirft breitere Fragen für das Turnier selbst auf, da die Gastgeberländer Kanada, die USA und Mexiko alle strenge Einreisebestimmungen haben. Während die WM als Feier des globalen Sports gedacht ist, erweisen sich individuelle rechtliche Verfahren als nicht verhandelbar. Für Ghana ist die Situation eher ein vorübergehender Rückschlag als eine turnierbeendende Katastrophe, da Partey in den USA weiterhin spielen kann. Sollte sein Prozess jedoch im Herbst stattfinden, könnte eine Verurteilung weitere Konsequenzen jenseits des Platzes haben. Die unmittelbare Auswirkung ist, dass Panama in Toronto einen unerwarteten Vorteil erhält, während Ghanas Trainerstab hastig ein Mittelfeld umstellen muss, das wahrscheinlich um Parteys Balleroberung und Spielverteilung herum aufgebaut worden wäre. Ob sich die Black Stars rechtzeitig anpassen können, wird eine prägende Geschichte ihres Auftaktspiels sein, und Parteys Anwesenheit auf der Tribüne statt auf dem Platz wird ein unvermeidliches Symbol dafür sein, wie rechtliche Stürme selbst das größte Sportereignis der Welt überschatten können.
Quellen & weiterführende Lektüre
- https://www.forbes.com/sites/maryroeloffs/2026/06/12/former-arsenal-player-denied-entry-to-canada-wont-play-for-ghana-in-world-cup-opener/
- https://www.nytimes.com/athletic/7354492/2026/06/12/thomas-partey-banned-canada-ghana-world-cup/
- https://bleacherreport.com/articles/25439957-visa-denial-sidelines-thomas-partey-ghanas-world-cup-opener-against-panama-toronto
- https://www.independent.co.uk/sport/football/thomas-partey-canada-entry-world-cup-ghana-panama-b2994877.html